Leitfaden zur Montage
Mit der Entwicklung moderner wärmedämmender Fenster mit geringer Luftdurchlässigkeit ist die Aufmerksamkeit für deren Baukörperanschluss gestiegen. Dazu trägt seit mehr als zehn Jahren auch der "Leitfaden zur Montage" bei. Der Leitfaden erläutert die Grundlagen und die Ausführung für die Baukörperanschlussausbildung von Fenstern und Haustüren. Er gibt die anerkannten Regeln der Technik wieder und ist somit eine praktisch unentbehrliche Hilfe für Architekten, Planer, Bauleiter und Monteure. Diese Aktualisierung und teilweise Überarbeitung des Leitfades ist ergänzt um zahlreiche Details. Der aktuelle Stand von Technik und Normung wurde eingearbeitet.
Mit der Erstausgabe des Leitfadens im Jahr 1994 hat sich die RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V. als erste dieser Thematik umfassend angenommen. Der in dem Leitfaden beschriebene Stand der Technik wurde als Grundlage für das RAL-Gütezeichen Fenster +Montage eingeführt. Daraus resultierte dann in der Folgezeit die irreführende Verwendung von der "RAL-Montage" als Synonym für eine Montage nach den anerkannten Regeln der Technik. Unter dem wirtschaftlichen Druck der letzten Jahre stellt man diese Anforderungen gelegentlich als übertrieben oder gar als "Luxus-Montage" dar. Doch dies ist nur ein Zeichen mangelnder Sachkenntnis über die geänderten Erfordernisse. Eine "RAL-Montage" im Sinne des Wortes gibt es nicht. Mit einem Einbau nach den Vorgaben des Leitfadens zur Montage werden die allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllt.
Die RAL-Gütesicherung von Fenstern und Haustüren umfasst heute immer die Qualitätssicherung der Produkte und deren Einbau. Betriebe mit dem RAL-Gütezeichen erfüllen daher die in dem Leitfaden formulierten Inhalte in nachweislich hervorragender Weise. Nach ihren Güterichtlinien setzen sie nur geschultes Montagepersonal ein, sie dokumentieren die Montage und unterziehen sich einer freiwilligen neutralen Überwachung. Im Einzelnen müssen die Betriebe mit dem Gütezeichen folgende Anforderungen erfüllen:
– Ergänzung der Systembeschreibung mit Anschlussbeispielen, die vom Prüfinstitut beurteilt werden,
– Benennung eines Montageverantwortlichen, der an Seminaren zur Montage teilnimmt,
– innerbetriebliche Unterweisung der Monteure,
– Fremdüberwachung der Montage an einer Baustelle, die vom Prüfinstitut ausgewählt wurde,
– objektspezifische Werkplanung mit Montagedetails,
– Einsatz von geeigneten Materialien zur Anschlussausbildung,
– Überprüfung und Dokumentation der Ausführungsqualität durch den Montageleiter vor Ort,
– stichprobenartige Überprüfung und Dokumentation von Bauvorhaben durch den Montageverantwortlichen des gütegesicherten Betriebes und
– Überprüfung der Qualitätskontrollen im Rahmen der Fremdüberwachung durch das Institut für Fenstertechnik - ift Rosenheim.
Es liegt in der Natur der Sache, dass ausschließlich Firmen, denen nach einer längeren Überprüfung durch das Institut für Fenstertechnik von der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e. V. das RAL-Gütezeichen verliehen wurde, Produkte und Leistungen mit dem Gütezeichen anbieten und ausführen können.
Der „Leitfaden zur Montage“ richtet sich vorrangig an Planer, Bauleiter und Monteure. Diese Zielgruppen sollen in die Lage versetzt werden, die wesentlichen Kriterien der Anschlussausbildung von Fenstern und Fassaden zum Baukörper
- richtig zu erfassen,
- anforderungsgerecht und hinreichend auszuschreiben,
- fachgerecht umzusetzen und
- sicher bei der Abnahme zu beurteilen.
Im konstruktiven wie im bauphysikalischen Bereich werden die notwendigen technischen Details beschrieben. Nur so kann die Nutzungsdauer der Fenster und Haustüren langfristig gesichert werden. Eine Gewähr für die hochwertige Umsetzung dieses Montagestandards durch Schulung der Monteure und unabhängige Überprüfung der Montage können nur Betriebe mit dem RAL-Gütezeichen für Fenster und Haustüren bieten. Das entspricht auch den Anforderungen der neuen ENEV 2009.
Fenster und Haustüren sind seit dem ersten Februar 2010 mit dem CE-Zeichen zu deklarieren. Es kann gar nicht deutlich genug darauf hingewiesen werden, dass das CE-Zeichen kein Qualitätszeichen ist. Das gesetzlich geforderte CE-Zeichen dient ausschließlich der Produktdeklaration zur Erleichterung des Handels in Europa. Über die Qualität des Produktes besagt das CE-Zeichen wenig. Die Montage ist nicht einmal Bestandteil einer CE-Deklaration. Das CE –Zeichen sagt nichts über die Gebrauchstauglichkeit und die Dauerhaftigkeit der gefertigten Produkte aus. Objektive Qualitätsansprüche für Produkt und Montage erfüllen, wie oben erläutert, nur Betriebe mit dem RAL-Gütezeichen für Fenster und Haustüren. Mit Erlangung des Gütezeichens ist zudem die CE-Kennzeichnung der Produkte automatisch verbunden.
Bernhard Helbing
Vorsitzender der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren e.V.
Die aktualisierte Neufassung des Leitfadens wurde von der Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren zusammen mit dem Institut für Fenstertechnik - ift Rosenheim, dem Bundesinnungsverband des Glaserhandwerks und dem Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH) erarbeitet.
